Vorteile Betriebsrat

Um es klar zu sagen: Einen Nachteil durch einen Betriebsrat gibt es (normalerweise) nicht! Vorteile hingegen ziemlich viele. Unsere Vorteile Betriebsrat-Liste gibt einen Überblick über die wichtigsten Punkte.

Warum lohnt sich ein Betriebsrat?

Für den einzelnen Arbeitnehmer kann es sehr schwierig sein, seine Wünsche und Bedürfnisse gegenüber dem Arbeitgeber durchzusetzen. Das Betriebsverfassungsgesetz ermöglicht deshalb bei Betrieben von mindestens 5 Arbeitnehmern (§ 1 BetrVG) die Wahl eines Betriebsrates. Dieser kann aufgrund der für ihn geltenden Schutzvorschriften (z. B. Kündigungsschutz) die Rechte der Arbeitnehmer leichter durchsetzen, den Arbeitsalltag mitbestimmen und sich für die Kollegen und verbesserte Arbeitsbedingungen einsetzen. Das Betriebvsverfassungsgesetz gibt dem Betriebsrat diese Möglichkeiten. Die meisten von uns verbringen einen Großteil des Lebens am Arbeitsplatz. Ein Betriebsrat kann diesen wesentlich mitgestalten und positive Veränderungen schaffen, z. B. im Hinblick auf Arbeitszeit, Arbeitsumgebung, Arbeitsentgelt Arbeitsorganisation, Gesundheit, etc. Die genauen Aufgaben des Betriebsrats ergeben sich aus § 80 BetrVG. Aus diesen ergibt sich worauf der Betriebsrat im Betrieb Einfluss nehmen kann. Zum Beispiel können Betriebsräte Einfluss nehmen auf:

Neben diesen Beispielen hat der Betriebsrat bei vielen weiteren Punkten im Betrieb ein Mitsprache- oder Mitbestimmungsrecht, um die Arbeitsbedingungen zu verbessern.

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Vor- und Nachteile Betriebsrat

Betriebsrat Vorteile:

Vorteile für Arbeitnehmer und Betrieb:

Neben den Vorteilen, die sich durch die verbesserten Arbeitsbedingungen für die Arbeitnehmer ergeben, zeigen auch Studien, dass Firmen mit Betriebsräten viele Vorteile haben, z. B.

Vorteile für Betriebsratsmitglieder:

Als Betriebsrat erhält man die Chance mitzubestimmen und sich aktiv einzubringen. Ein Betriebsrat ist eine Form der demokratischen Teilhabe. Als Grundlage unserer Gesellschaft sollte diese Möglichkeit genutzt werden!

Betriebsräte erhalten exklusive Einblicke: Welche Strategien verfolgt der Arbeitgeber, welche Änderungen stehen in Zukunft an etc.? Dies gilt auch im Hinblick auf Maßnahmen, die durch die Corona Pandemie entstanden sind z. B. Hygienemaßnahmen, Home-Office, Kurzarbeit, etc.

Der Arbeitgeber kann eine Vielzahl von Entscheidungen nicht mehr treffen, ohne, dass der Betriebsrat zustimmt. So kann der Betriebsrat sich bei einer Vielzahl von Themen für die Belegschaft einsetzen und stark machen. Ohne einen Betriebsrat fallen diese Möglichkeiten der Einflussnahme weg.

Betriebsräte können sich relativ einfach weiterbilden. Im BetrVG ist verankert, dass Betriebsräte einen Schulungsanspruch haben und erforderliche Seminare besuchen dürfen – während der Arbeitszeit und ohne, dass für sie Kosten anfallen. Die Tätigkeit stellt einen Betriebsrat vor viele Herausforderungen, die ohne Schulungen nicht bewältigt werden können. Neben rechtlichen Themen des Betriebsverfassungs- und Arbeitsrecht sind das Lösen von Konflikten, Verhandlungsführung und gute Teamarbeit wesentlich.

Betriebsratsmitglieder haben außerdem besondere Schutzrechte, z. B. einen besonderen Kündigungsschutz. In unserem Beitrag zu den Aufgaben, Rechten und Pflichten von Betriebsräten, sind ebenfalls die Informationen zu den Schutzrechten zusammengefasst.

Betriebsrat Nachteile:

Eine Betriebsratstätigkeit fördert in der Regel nicht die berufliche Karriere, da ein Teil der Arbeitszeit für den Betriebsrat aufgewendet wird. Gesetzlich dürfen für Betriebsräte jedoch keine Nachteile entstehen! Es gibt entsprechende Rechte, die Betriebsräte vor Benachteiligung, aber auch vor Kündigung, etc. schützen. Mehr Informationen zu den Schutzrechten finden Sie unserem Beitrag zu den Aufgaben, Rechten und Pflichten von Betriebsräten.

 

Im Betrieb kann die Betriebsratstätigkeit

  • positive Lösungen für die Mitarbeiter verhindern, wenn sich z. B. Fraktionen (Listen) im Betriebsrat gegenseitig blockieren.
  • Im Einzelfall können einzelne Betriebsräte aus persönlichen Gründen Entscheidungen der Geschäftsführung blockieren.

Die notwendigen betrieblichen Veränderungen kann ein Betriebsrat letztendlich nicht verhindern. Warum sollte er auch? Im schlimmsten Fall kann auch ein Betriebsratsmitglied des Amtes enthoben werden. 

Noch unsicher, ob ein Betriebsrat das Richtige ist?

Dann melden Sie sich in unser kostenlosen Sprechstunde an, erfahren Sie mehr über die Möglichkeiten und nutzen Sie die Gelegenheit fragen zu stellen und sich auszutauschen. Ist kein passender Termin vorhanden, rufen Sie uns einfach an!

Wo kann ein Betriebsrat gewählt werden?

Ein Betriebsrat kann in fast jedem Privatbetrieb gewählt werden. Wichtig ist, dass es mehr als fünf Arbeitnehmer gibt, die älter als 16 Jahre sind sowie drei Arbeitnehmer, die älter als 18 Jahre sind. Dann kann eine Betriesbratswahl ganz einfach in die Wege geleitet werden.

Wer kann Betriebsratsmitglied werden?

Wer daran interessiert ist, sich für seine Belegschaft einzusetzen und Arbeitsbedingungen zu verbessern, wäre prädisziniert dafür Betriebsratsmitglied zu werden. Die einzigen offiziellen Voraussetzungen sind wahlberechtigt zu sein, das 18. Lebensjahr am Wahltag vollendet zu haben und 6 Monate dem Betrieb (oder unmittelbar zuvor einem anderen Betrieb desselben Konzerns) angehörig zu sein. Besteht der Betrieb noch keine 6 Monate sind alle Arbeitnehmer wählbar, die die anderen Kriterien erfüllen.

Wichtig ist, dass Sie keine speziellen Kenntnisse oder einen speziellen Berufsstand brauchen, um Betriebsratsmitglied zu werden. Alles was Sie dafür wissen müssen, lernen Sie sobald Sie im Amt sind.

Ich bin für Sie da!

Sie haben Fragen zu den Vor- und Nachteilen von Betriebsräten oder sind sich unsicher, ob ein Betriebsrat für Ihren Betrieb das richtige ist? Wir beraten Sie gerne kostenfrei & unverbindlich!

Felicitas Lindberg

Felicitas Lindberg

Von Montag bis Freitag 09:00 – 17:00 Uhr

040  81 96 04 19
Felicitas.Lindberg@hanse-betriebsratsseminare.de

    Ihre Angaben verwenden wir zur Beantwortung Ihrer Anfrage. Bitte beachten Sie auch unsere Hinweise zum Datenschutz.

    Quellen

    *PD Dr. Alexander Dilinger, Institut für Ökonomische Bildung, Westfälische Wilhelms- Universität Münster, aus Industrielle Beziehungen, 10 Jg., Heft 4, 2003

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